„Stark sein heißt auch, Konflikte friedlich zu lösen“ – Boxweltmeisterin zu Gast an der Maria-Furtwängler-Schule
Wie können Jugendliche lernen, selbstbewusst aufzutreten, mit Konflikten umzugehen und in schwierigen Situationen deeskalierend zu handeln? Mit diesen Fragen beschäftigen sich derzeit Schülerinnen und Schüler der Maria-Furtwängler-Schule im Rahmen von Anti-Gewalt- und Deeskalationstrainings. Dr. Bernd Rother, Abteilungsleiter und Präventionsbeauftragter der Schule, möchte diese Kurse künftig als festen Bestandteil im Schulalltag etablieren.
Einen besonderen Impuls erhielten die Jugendlichen durch den Besuch der fünffachen Boxweltmeisterin Lucia Morelli und ihrer Begleitung Samantha Herzog, Auszubildende an der Sukhothai Academy Lahr. Beide berichteten von ihren persönlichen Erfahrungen im Kampfsport und davon, welche Werte sie dort gelernt haben. Neben den Gesprächen durfte natürlich auch ausprobiert werden: Die Jugendlichen konnten verschiedene einfache Griffe zur Selbstverteidigung kennenlernen und unter Anleitung erproben.
Lucia Morelli begann erst mit 26 Jahren mit dem Kickboxen und wechselte später zum Profiboxen im Leichtgewicht. Neben sportlichen Erfolgen habe sie dabei vor allem Selbstdisziplin und Selbstbewusstsein entwickelt. „Man muss sich sagen: Das will ich, das mache ich, da gehe ich hin“, erklärte Morelli. Gleichzeitig müsse das Training Freude machen. Das möchte sie den Jugendlichen weitergeben.
Besonders wichtig ist ihr die Erfahrung, im Team unterstützt und gefördert zu werden. Der Kampfsport habe ihr gezeigt, wie wichtig es sei, ein Ziel zu haben und dieses mit Leidenschaft zu verfolgen. Auch Niederlagen gehörten dazu: „Aus Niederlagen kann man mehr lernen als aus Siegen.“ Darüber hinaus seien aus ihrer aktiven Zeit als Profisportlerin Freundschaften, Anerkennung und Wertschätzung entstanden, die bis heute Bestand haben.
Diese Erfahrungen kann Samantha Herzog sehr gut nachvollziehen. Die angehende Sport- und Fitnesskauffrau ist selbst ehemalige Schülerin der Maria-Furtwängler-Schule. Ihr Weg in den Kampfsport begann mit dem Wunsch, selbstsicherer zu werden. Im Training habe sie unter anderem Teamgeist, Freundschaft, Respekt und gegenseitige Anerkennung kennengelernt.
Heute möchte Herzog diese Erfahrungen an Kinder und Jugendliche weitergeben. In ihren Kursen legt sie besonderen Wert darauf, dass junge Menschen Selbstwertgefühl entwickeln und lernen, mit ihren Gefühlen umzugehen. Ziel sei es, ihnen Sicherheit zu geben und sie dabei zu unterstützen, ihren Platz in der Gesellschaft zu finden.
Genau hier setzt auch das Präventionskonzept der Maria-Furtwängler-Schule an. „Unsere Schülerinnen und Schüler müssen lernen, mit Krisensituationen umzugehen und Konflikte möglichst friedlich zu lösen“, betont Dr. Bernd Rother. Es gehe darum, Verantwortung für sich selbst und für ein friedliches Miteinander zu übernehmen.
Der Besuch von Lucia Morelli und Samantha Herzog zeigte den Jugendlichen dabei eine besondere Seite des Kampfsports: Körperliche Stärke und Selbstbehauptung bedeuten nicht, Konflikte mit Gewalt zu lösen. Vielmehr können Disziplin, Respekt, Selbstvertrauen und Teamgeist dabei helfen, schwierige Situationen zu bewältigen.
Personen auf dem Foto von links nach rechts: Bernd Rother, Lucia Morelli (fünffache Boxweltmeisterin) und Samantha Herzog (Auszubildende bei Sukhothai Acadamy Lahr).
Text und Bild: Katja Klinkig
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