Maria-Furtwängler-Schule – eine Schule, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt
Mit der Unterzeichnung der Ziel-Leistungsvereinbarung hat die Maria-Furtwängler-Schule am 6. Juli einen wichtigen Schritt in ihrer Schulentwicklung vollzogen. Bis zum Schuljahr 2029/30 sollen zahlreiche Maßnahmen umgesetzt werden, die das gemeinsame Lernen, die Demokratiebildung und das Miteinander nachhaltig stärken. Vertreter des Regierungspräsidiums Freiburg, der Schulleitung sowie Lehrkräfte, die bereits an den einzelnen Entwicklungsprojekten arbeiten, kamen zu diesem Anlass zusammen und stellten erste Ergebnisse vor.
Von einem „Meilenstein“ auf dem Weg zu einer Schulkultur, die sich konsequent „am Menschen“ orientiert, sprach Martin Müller vom Regierungspräsidium Freiburg. Das umfangreiche Maßnahmenpaket verfolgt das Ziel, Verantwortung und Demokratiebildung zu fördern, inklusive Bildung weiterzuentwickeln sowie die Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler und des Kollegiums gleichermaßen zu stärken.
Schulleiterin Dr. Christina Seebeck stellte zunächst das Gesamtkonzept vor. Im Mittelpunkt stehe ein respektvolles Miteinander. Schule müsse ein Ort sein, an dem unterschiedliche Meinungen ihren Platz haben und jeder Mensch Wertschätzung erfährt. Gleichzeitig gelte es, jede Schülerin und jeden Schüler individuell wahrzunehmen und die bestmöglichen Voraussetzungen für erfolgreiches Lernen zu schaffen.
Ein Schwerpunkt der Ziel-Leistungsvereinbarung ist die stärkere Verantwortung der Schülerinnen und Schüler für ihren eigenen Lernprozess. Ordnung, Pünktlichkeit und Selbstständigkeit seien wichtige Grundlagen für erfolgreiches Lernen und müssten konsequent eingeübt werden. Dr. Bernd Rother, zuständiger Abteilungsleiter, verwies darauf, dass häufig bereits grundlegende Dinge wie das Mitbringen von Unterrichtsmaterialien nicht selbstverständlich seien. Eigenverantwortung sei deshalb eine wichtige Voraussetzung sowohl für den schulischen Erfolg als auch für den späteren Berufsweg.
Wie Demokratie im Schulalltag gelebt werden kann, erläuterte Iris Boos vom Netzwerk NIKLAS. Sie bezeichnete die Demokratiebildung als „Mutmachthema“. Schülerinnen und Schüler sollten erleben, dass sie ihre Ziele unabhängig von Herkunft oder Hautfarbe erreichen können. Bereits eingeführt wurde in diesem Schuljahr der Klassenrat, in dem die Klassen ihre Anliegen eigenverantwortlich diskutieren. Ab dem kommenden Schuljahr wird Demokratiebildung zudem als eigenes Unterrichtsfach angeboten.
Auch die inklusive Beschulung nimmt einen wichtigen Platz in der Vereinbarung ein. Gemeinsam mit der Arbeitsagentur und dem Dinglinger Haus arbeitet die Schule daran, allen Schülerinnen und Schülern – auch jenen mit Beeinträchtigungen – eine erfolgreiche Teilhabe am Schulleben zu ermöglichen. „Ankommen und willkommen sein“ beschrieb Kathrin Kreitschmann vom Team Inklusiv BS als zentrales Ziel.
Dass Schule mehr ist als Unterricht, zeigt ein weiterer Entwicklungsschwerpunkt. Schul-T-Shirts und Hoodies mit Motiven von Schülerinnen und Schülern sowie Abschlussfeiern inallen Schularten sollen das Gemeinschaftsgefühl stärken und die Identifikation mit der Schule fördern.
Große Bedeutung misst die Maria-Furtwängler-Schule außerdem dem Schutz ihrer Schülerinnen und Schüler bei. Zurzeit entsteht ein Schutzkonzept gegen sexualisierte Gewalt, das klare Handlungsstrukturen und größtmögliche Transparenz schaffen soll. Ein Pädagogischer Tag wird sich ausschließlich diesem Thema widmen.
Ebenso arbeitet eine Projektgruppe am Ausbau der Medienkompetenz. Geplant ist ein Konzept zur verantwortungsvollen Nutzung digitaler Medien und von Smartphones. Im Gespräch sind unter anderem digitale Pausen und ein monatlicher „analoger Tag“. Der stellvertretende Schulleiter Dr. Jens Erler bezeichnete insbesondere den reflektierten Umgang mit Künstlicher Intelligenz als eine der größten Herausforderungen der kommenden Jahre.
Ein weiteres Entwicklungsfeld ist die neue Schulart Ausbildungsvorbereitung (AV), mit der die Maria-Furtwängler-Schule in diesem Schuljahr gestartet ist. Acht Lerngruppen bereiten dort überwiegend auf den Hauptschulabschluss vor. Das Projekt befinde sich noch „in ganz schön großen Kinderschuhen“, sagte Stefanie Wickenbrock vom AV-Kernteam. Deshalb sei eine kontinuierliche Evaluation unverzichtbar, um Erfahrungen auszuwerten und Konzepte gegebenenfalls anzupassen.
Zum Abschluss fand Martin Müller anerkennende Worte für die Schule. Besonders beeindruckt habe ihn, mit welcher Motivation und Freude das Kollegium die Schulentwicklung vorantreibe. Dieses Engagement, so sein Fazit, sei die beste Voraussetzung dafür, die vereinbarten Ziele in den kommenden Jahren erfolgreich umzusetzen.
Text und Bild: Katja Klinkig

