Dezember 2017

Ouarda Saillo, Tränenmond

Der Vater, ein Mann ohne Selbstbewusstein, kann die Eigenständigkeit seiner Frau nicht länger ertragen. Er schlägt seine Frau - und nichts ändert sich. Da wächst in ihm ein teuflischer Plan heran, und er macht die fünfjährige Ouarda zu seiner Mitwisserin. Damit stellt er sie vor eine schwere Entscheidung: Soll sie ihm gehorchen, oder der Mutter in ihrer Not beistehen? Ouarda verlässt das Elternhaus, und es passiert, was der Vater angekündigt hat. Die Tochter fühlt sich schuldig am Tod der Mutter und macht sich Vorwürfe.

Heute, nach über zwanzig Jahren, kehrt Ouarda an den Ort des Grauens zurück. Sie löst den Konflikt von damals auf und verabschiedet sich von ihren Schuldgefühlen. Doch die Trauer bleibt, und der Weg zurück ist lang. Der bewegende Bericht eines traumatischen Erlebnisses - eine starke Geschichte voll Leben und Emotionen!

Die 1974 in Marokko im Lehmhaus ihrer Großmutter am Rande der marokkanischen Sahara geborene Ouarda Saillo erlebte ihre Kindheit zusammen mit sechs Geschwistern in der Hafenstadt Agadir.

Nach der Ecole Secondaire arbeitete sie als Kellnerin u.a., verließ mit 19 Jahren Marokko und lebt seither in Deutschland. Mit ihrer Familie lebt sie in München, machte eine Ausbildung zur Kinderpflegerin und engagiert sich für die von ihr selbst ins Leben gerufene Hilfsorganisation Petites bonnes (kleine Sklavinnen).

 

November

Edgar Allan Poe, Tales of mystery and imagination

Der 1909 in Boston geborene Edgar Allan Poe wurde, nachdem er im Alter von zwei Jahren Waise wurde, von der Familie Allan aufgezogen. Diese übersiedelte 1815 von Richmond nach Groß-Britannien, verließ die Insel aber bereits 1820 wieder und kehrte in die USA zurück. Ab 1826 studierte er alte und neue Sprachen, verließ die Universität jedoch nach acht Monaten wieder und schrieb sich beim Militär für fünf Jahre ein. Nach zwei Jahren exmatrikulierte sich Poe, lebte in Richmond und New York als Schriftsteller und gewann erste Preise. Die  folgenden Jahre waren sowohl privat als auch beruflich ein stetes Auf und Ab. Unter ungeklärten mysteriösen Umständen verstarb Poe 1848 in Balimore.

Er prägte entscheidend die Genres der Kriminalliteratur, der Science-Fiction und der Horrorliteratur. Seine Poesie wurde zum Fundament des Symbolismus und damit der modernen Dichtung.

Der vorliegende Band enthält Poes beste verwirrende und erschreckende Geschichten, die seine Arbeit charakterisieren. Von The Pit and the Pendulum (Die Grube und das Pendel) über The Fall of the House of Usher (Der Untergang des Hauses Usher) bis zu The Mask of the Red Death (Die Maske des roten Todes) und Kriminalgeschichten, z.B.  The Murders in the Rue Morgue (Mord in der Rue Morgue), sind alle großen Erzählungen Poes enthalten.

 

Oktober

George Orwell, Farm der Tiere

Der englische Schriftsteller, Essayist und Journalist George Orwell wurde 1903 in Britisch-Indien geboren. 1911 kehrte er mit seiner Familie nach England zurück, verließ es allerdings 1922 wieder, um seinen Dienst im burmesischen Polizeidienst aufzunehmen. 1927 quittierte er seinen dortigen Dienst, kehrte nach Groß-Britannien zurück und widmete sich fortan der Schriftstellerei. Er nahm am Spanischen Bürgerkrieg teil, kehrte anschließend wieder nach England zurück. Das Kriegsende erlebte er in Deutschland. Aufgrund seiner Lungenerkrankung verbrachte er einige Zeit in Krankenhäusern bzw. in Sanatorien, bevor er im Januar 1950 im Alter von nur 46 Jahren in London starb.

1944 wurde sein Buch „Farm der Tiere“ veröffentlicht, das in Form einer Parabel das Scheitern der russischen Revolution und den Verrat der sozialistischen Ideale durch den Stalinismus beschreibt. Das Buch wurde von mehreren Verlagen abgelehnt, da die herrschende Schicht im Buch von Schweinen verkörpert wird und man fürchtete den Zorn der Russen, die sich dadurch beleidigt fühlen könnten.

Zum Inhalt: Die Tiere einer englischen Farm erheben sich gegen die Herrschaft ihres menschlichen Besitzers, der sie vernachlässigt und ausbeutet. Nach und nach übernehmen die Schweine die Herrschaft, die allerdings weitaus grausamer ist als die des bisherigen Besitzers.

 

August und September

Oscar Wilde, Das Bildnis des Dorian Gray (engl.)

Das ist die faszinierende Geschichte vom Dandy, dem reichen und schönen Dorian Gray, der eine Art Teufelspakt eingeht, damit statt seiner selbst sein gemaltes Porträt altere. Während Gray immer maßloser und grausamer wird, bleibt sein Äußeres dennoch jung und makellos schön.

Oscar Wildes einziger Roman, der bei seinem Erscheinen einen Skandal auslöste, spielt im Spannungsfeld zwischen Kunst und Wirklichkeit, zwischen Schönheit und Sittlichkeit. Dieses Thema der europäischen Dekadenz war auch Wildes ureigenster Konflikt.

Themen sind die Moralität von Sinnlichkeit und Hedonismus im Viktorianismus und die Dekadenz der englischen Oberschicht. Außerdem lassen sich die Handlung und die eingearbeiteten Kunstbemerkungen sowohl als Proklamation wie auch als Kritik des Ästhetizismus lesen, einer literarischen Strömung des Fin de siècle.[2]

Am 16. Oktober 1854 in Dublin geboren ging der irische Schriftsteller nach Schulzeit und Studium nach London, wo er zu einem der bekanntesten und auch umstrittensten Schriftsteller seiner Zeit wurde. Wegen homosexueller „Unzucht“ wurde er zu zwei Jahren Zuchthaus mit Zwangsarbeit verurteilt, was seine Gesundheit ruinierte und schließlich am 30. November 1900 in Paris zu seinem Tod führte.

 

 Juli

Chimamanda Ngozi Adichie: Americanah

Die Autorin wurde 1977 in Nigeria geboren. Chimamandas Muttersprache ist Igbo, ihre Familie stammt aus Abba im nigerianischen Bundesstaat Anambra. Ihr Vater war Mathematik-Professor. Sie wurde als fünftes von sechs Kindern geboren und wuchs in der Universitätsstadt Nsukka auf.

Nach ihrem Schulabschluss begann sie ein Medizin- und Pharmaziestudium in Nigeria, ging aber mit 19 Jahren in die USA. 2001 schloss sie dort ein Studium der Kommunikations- und Politikwissenschaften summa cum laude ab. Von 2005 bis 2006 war Adichie "Hodder Fellow" an der Princeton University, 2008 erhielt sie an der Yale University einen Masterabschluss in Afrikanistik. Sie ist verheiratet und hat eine Tochter.

Für ihr Werk erhielt sie bisher schon viele angesehene internationale Preise  und wurde zu den  „20 besten Schriftstellern unter 40“ des „New Yorker“ gezählt.

Ihr Roman erzählt von der Liebe zwischen Ifemelu und Obinze, die im Nigeria der neunziger Jahre ihren Lauf nimmt. Dann trennen sich ihre Wege: Die selbstbewusste Ifemelu studiert in Princeton (USA), Obinze strandet als illegaler Einwanderer in London. Nach Jahren stehen sie plötzlich vor einer Entscheidung, die ihr Leben auf den Kopf stellt.

Es handelt sich um einen eindringlichen, modernen und hochpolitischen Roman über Identität und Rassismus in unserer globalen Welt.

 

Juni

Thomas Mann, Buddenbrooks

Paul Thomas Mann (* 6. Juni 1875 in Lübeck; † 12. August 1955 in Zürich, Schweiz) war ein deutscher Schriftsteller und einer der bedeutendsten Erzähler des 20. Jahrhunderts.

Beachtung fanden auch seine Stellungnahmen zu aktuellen politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Fragen. Stand er der westlichen Demokratie zunächst skeptisch gegenüber, wandelte er sich zu Beginn der 1920er Jahre zu einem überzeugten Verteidiger der Weimarer Republik. Während der nationalsozialistischen Herrschaft emigrierte er 1933 in die Schweiz und 1939 in die USA, deren Staatsbürgerschaft er 1944 annahm. Seit 1952 lebte er wieder in der Schweiz.

Thomas Mann erzählt nur wenig verschlüsselt die Geschichte seiner Familie und ihrer Stellung in der Vaterstadt Lübeck, soweit er sie nachvollziehen, in Einzelheiten überblicken konnte, ja sogar noch miterlebt hat. Verwandte, Honoratioren und markante Persönlichkeiten seiner Jugend werden integriert. Den meisten Raum nimmt das Leben Thomas Buddenbrooks ein, »ein modernes Heldenleben«; sein Sohn Hanno wird einen langen Strich unter die Genealogie der Familie setzen und sich rechtfertigen mit den Worten: »Ich glaubte ... ich glaubte ... es käme nichts mehr ...«

Buddenbrooks: Verfall einer Familie (1901) ist das früheste unter den großen Werken Thomas Manns und gilt heute als der erste Gesellschaftsroman in deutscher Sprache von Weltgeltung. Er erzählt vom allmählichen, sich über vier Generationen hinziehenden Niedergang einer wohlhabenden Kaufmannsfamilie und illustriert die gesellschaftliche Rolle und Selbstwahrnehmung des hanseatischen Großbürgertums in den Jahren von 1835 bis 1877. Thomas Mann erhielt 1929 für Buddenbrooks den Literaturnobelpreis.

In den mehr als hundert Jahren seit seinem ersten Erscheinen hat der Roman unzählige Menschen in seinen Bann gezogen und hat bis heute nichts an Charme und Aktualität eingebüßt.

 

Mai

Nina Rückert, Aischa und Sophie. Eine Freundschaft fürs Leben

Nina Rücker erzählt in ihrem neuen Buch die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft zwischen der Ägypterin Aischa und der Ostberlinerin Sophie. Zwei Mädchen, die sich als Kinder kennen lernen und allen religiösen, sozialen und ideologischen Widerständen zum Trotz eine Freundschaft fürs Leben schließen.

Die Muslimin Aischa aus Kairo und die Ostberlinerin Sophie werden als Kinder unzertrennliche Freundinnen. Doch die Wirren des Kalten Krieges reißen sie als Teenager auseinander - beinahe für immer. Als 25 Jahre später die Mauer fällt, sind sich die Frauen fremd geworden. Aischa ist vom Islam geprägt, Sophie vom Sozialismus. Doch ihre Freundschaft siegt. Intensiv ringen beide um Verständnis und Toleranz und entdecken in der anderen Kultur nicht nur das Fremde, sondern auch sich selbst - mit Herz und Verstand.

Die Extreme, denen diese Freundschaft immer wieder ausgesetzt ist, wirken wie ein Brennglas auf die Probleme unserer Zeit. Ihre Geschichte zeigt aber auch, wie menschliche Beziehungen und das unaufhörliche Ringen um Verständnis und Toleranz sie überwinden können.

Nina Rücker, Journalistin und Fotografin, lebt und arbeitet in Berlin. Sie ist Autorin von Büchern sowie diverser Beiträge für Presse, Funk und Fernsehen.

 


März und April

Dr. Ruth Pfau, Das Herz hat seine Gründe. Mein Weg.


Die Autorin Ruth Pfau wurde 1929 in Leipzig geboren. Sie studierte Medizin und nahm zunächst den evangelischen, 2 Jahre später den katholischen Glauben an. In den folgenden Jahren absolvierte sie Weiterbildungen zur Internistin und Gynäkologin. Ihre erste Begegnung mit leprakranken Menschen in einem Elendsviertel Karatschis (Pakistan) war bestimmend für ihr Leben. Sie errichtete ein Krankenhaus zur Leprabekämpfung.

Neben der Bekämpfung von Lepra widmet sie sich ebenfalls der Bekämpfung von Erblindungen.

Als der Anschlag auf die Twin-Towers die Welt erschüttert, ist sie gerade in der Wüste Belutschistans. Als sie nach Quetta (Ort in Pakistan) zurückkommt, hat die Welt sich verändert. Amerikanische Bomben fallen auf Afghanistan. Pakistan ist zum Pulverfass geworden. Doch Ruth Pfau weigert sich, sich nach Deutschland evakuieren zu lassen: „Das Herz hat seine Gründe…“. Sie bleibt und hilft: Den 500.000 Flüchtlingen in der Millionenstadt Karachi. Im Kampf gegen neuen Hass und blinden Terror.

 

 

 Januar und Februar

Helen Fielding, Bridget Jones  - Mad about the boy (in englischer Sprache)

Die britische Autorin Helen Fielding hatte in den 1990er Jahren eine Kolumne in der Zeitung „The Independent“, in der sie über die Mit-Dreißigerin Bridget Jones und deren Single-Leben schrieb. Auf Grundlage dieser Kolumne erschienen insgesamt drei Romane, die alle das Leben in dieser Zeit zwischen Freunden als Familienersatz und der Cosmopolitan schildern.

Hin und her gerissen zwischen dem erfolgreichen Anwalt Mark Darcy und ihrem Boss Daniel Cleaver, der auch der Vater ihres Kindes ist, versucht Bridget Jones ihren Weg zu sich selbst zu finden und ihre schlechten Angewohnheiten wie Rauchen und Trinken aufzugeben und schlanker zu werden.

„78 kg; verputzte Protein-Schokoriegel: 28; verputzte Protein-Schokopuddings: 37; durch Protein-Schokoriegel bzw. -puddings ersetzte Mahlzeiten: 0; abgenommene Pfund: 0; zugelegte Pfund: 4,5. War gerade bei Gewichtskontrolle. „Bridget, Sie sollten die Proteinprodukte statt Ihrer normalen Mahlzeiten zu sich nehmen, nicht zusätzlich.“ Schöne Pleite.“ (Das als kurzer Ausschnitt aus dem neuesten Buch über Briget Jones.)

Bridget Jones, Schokolade zum Frühstück und Bridget Jones – Am Rande des Wahnsinns sind die anderen Teile der in Büchern veröffentlichten Kolumne.

Die Autorin Helen Fielding wurde 1958, arbeitete als Reporterin und Kolumnistin für verschiedene Londoner Zeitungen. Sie lebt abwechselnd in London und Los Angeles.