Dezember

Umberto Eco, Der Name der Rose

In einem Vorwort mit dem Titel Natürlich, eine alte Handschrift, datiert auf den 5. Januar 1980 (Ecos 48. Geburtstag), aber nicht mit Namen gezeichnet, wird die Geschichte als Nacherzählung einer verlorenen alten Handschrift ausgegeben.

Diese Geschichte spielt vor dem historischen Hintergrund eines Streites zwischen dem Papst und dem Mönchsorden der Franziskaner, diese vom Kaiser des Heiligen Römischen Reiches protegiert, in einer mittelalterlichen Benediktinerabtei, in der mysteriöse Morde geschehen. Die Abtei liegt an den Hängen des Apennin („zwischen Lerici und La Turbie“) Der englische Franziskanerpater William von Baskerville, der in einer politischen Mission als Sondergesandter des Kaisers unterwegs ist, wird vom Abt der Benediktinerabtei gebeten, den Täter zu ermitteln. Ihm eröffnet sich bei seinen Untersuchungen eine Welt von Glaubensfehden, verbotener und verborgener Leidenschaften sowie krimineller Energien. Am Ende verbrennt mit dem geheim gehaltenen zweiten Buch der Poetik des Aristoteles, das von der Komödie handelt, die ganze Abtei mitsamt ihrer kostbaren Bibliothek.

Der Roman ist (analog zu den sieben Posaunen der biblischen Apokalypse) in sieben Tage unterteilt und voller philosophischer, theologischer, historischer, zeitgenössischer und literarischer Anspielungen und Zitate.

Umberto Eco war ein italienischer Schriftsteller, Kolumnist, Philosoph, Medienwissenschaftler und wohl der bekannteste zeitgenössische Semiotiker (Wissenschaft, die sich mit Zeichensystemen aller Art beschäftigt). Durch seine Romane, allen voran „Der Name der Rose“, wurde er weltberühmt.

Geboren: 5. Januar 1932, Alessandria, Italien
Gestorben: 19. Februar 2016, Mailand, Italien

 

November

Marlen Haushofer, Die Wand

Eine 40-jährige Frau will mit ihrer Kusine und deren Mann ein paar Tage in einem Jagdhaus in den Bergen verbringen. Nach der Ankunft unternimmt das Paar noch einen Gang ins nächste Dorf und kehrt nicht mehr zurück. Am nächsten Morgen stößt die Frau auf eine unüberwindbare Wand, hinter der Totenstarre herrscht. Abgeschlossen von der übrigen Welt, richtet sie sich inmitten ihres engumgrenzten Stücks Natur und umgeben von einigen zugelaufenen Tieren aufs Überleben ein.

Während des dritten Winters in der Hütte im Wald fertigt sie den vorliegenden Bericht an. Ihr Schicksal bleibt allerdings offen.

Die Autorin Marlen Haushofer, geboren 1920 im oberösterreichischen Frauenstein, studierte Germanistik in Wien und Graz und lebte später in Steyr.
1946 veröffentlichte sie ihren ersten Text. 1963 erschien "Die Wand", 1969, als ihr letzter Roman, "Die Mansarde".

Marlen Haushofer zählt heute mit Ingeborg Bachmann zu den Vorläuferinnen der modernen Frauenliteratur.

Marlen Haushofer wurde mit zahlreichen Literaturpreisen geehrt: 1953 Förderungspreis des österreichischen Staatspreises, 1956 Preis des Theodor-Körner-Stiftungsfonds, 1963 Arthur-Schnitzler-Preis, 1965 und 1967 Kinderbuchpreis der Stadt Wien und 1968 Österreichischer Staatspreis für Literatur.

 

September und Oktober

Tschingis Aitmatow, Dshamilja

"Während ihr Mann im Krieg ist, verliebt sich Dshamilja in Danijar. In Kirgisien, einem Land, wo Männer und Frauen eng an die patriarchalischen Traditionen der Nomaden gebunden sind, entwickelt sich das Drama dieses ungleichen Paares, die "schönste Liebesgeschichte der Welt" (Louis Aragon).

Erzählt wird die Geschichte von Said, dessen junge, lebenslustige, aber verheiratete Schwägerin sich von ihrem Heimatort und den alten Traditionen lossagt und mit ihrem Geliebten in die Ferne zieht, um dort ihr Glück zu finden.

Der Autor wurde 1928 in Kirgisien, einem Binnenstaat in Zentralasien, geboren. Er arbeitete als Tiermediziner am Viehzuchtforschungszentrum in Kirgisien. 1956 absolvierte er ein Praktikum am Maxim-Gorki-Literaturinstitut in Moskau und fertigte als Diplomarbeit die Geschichte „Dshamilja“. Ab 1995 war er Botschafter der Republik Kirgistan in Brüssel. Er verstarb 2008 .

 

 

Juli und August

Peer J. Andersson, Vom Inder, der mit dem Fahrrad bis nach Schweden fuhr, um dort seine große Liebe wiederzufinden. Eine wahre Geschichte.

Dieser Roman erzählt vom unglaublichen Schicksal des kastenlosen Pradyumma Kumar, der in ärmlichen Verhältnissen aufwächst. Er schlägt sich als Portraitzeichner durch. Eines Abends lernt er ein blondes Mädchen kennen – und eine unglaubliche Liebesgeschichte nimmt ihren Lauf. Mittels eines alten Fahrrades macht sich der Protagonist auf den Weg, um die 7.000 km von Indien nach Schweden zurückzulegen. Auch etliche Rückschläge können ihn nicht aufhalten, bis er schließlich tatsächlich in der Heimat der jungen Schwedin ankommt, einer völlig anderen Welt.

Man erfährt sehr viel über die letzten Tage des „Hippie-Trails“. Man lernt Einiges über die Widersprüche der indischen Gesellschaft, aber auch Einiges über die Merkwürdigkeiten unseres Alltags.

Der 1962 geborene Autor Per J. Andersson ist Journalist und Schriftsteller mit Schwerpunkt Indien. Er ist Mitbegründer des schwedischen Reisemagazins VAGABOND und in den letzten 30 Jahren ist er mindestens einmal jährlich nach Indien gereist.