Juni 2016

Tom Rob Smith, Agent 6

Tom Rob Smith , 1979 als Sohn einer schwedischen Mutter und eines Englischen Vaters in London geboren, studierte in Großbritannien und Italien, bevor er seine Arbeit als Drehbuchautor aufnahm. Er erhielt etliche Preise für seine Thriller. Heute lebt und arbeitet er in London.

Nach den Romanen „Kind 44 „ und „Kolyma“ schließt dieser vorliegende Band die Trilogie um den ehemaligen MGB-Offizier (MGB: Ministerium für Staatssicherheit in der früheren Sowjetunion)  Leo Demidow ab, den es auf der persönlich motivierten Suche nach einem Mörder bis nach Afghanistan und in die Vereinigten Staaten verschlägt.

In diesem Band kommt der bekennende Kommunist Jesse Austin aus Amerika nach Moskau. Da er vom sowjetischen Regime zu Propaganda-Zwecken eingesetzt werden soll, darf er unter keinen Umständen den wahren sowjetischen Alltag zu Gesicht bekommen, wofür Demidow zu sorgen hat.

Als fünfzehn Jahre später in New York ein Konzert sowjetischer und amerikanischer Schüler inszeniert wird, endet der Abend für etliche Beteiligte tödlich. Nur ein Mann weiß, was tatsächliche geschah: Agent 6. Und Demidow wird ihn eines Tages finden.

 

Mai 2016

Tom Rob Smith, Kolyma

Der 1979 in London geborene Autor studierte in an der britischen Universität Cambridge und anschließend in Italien Creative Writing. Außerdem war er als Drehbuchautor tätig. Mit seinem Debüt „Kind 44“ gelang ihm auf Anhieb ein internationaler Bestseller, für den er mit mehreren Preisen ausgezeichnet wurde.

Grundlage des vorliegenden Politthrillers „Kolyma“ ist eine Geheimrede des sowjetischen Politikers Chruschtschov, in der sich dieser erstmals von seinem Vorgänger Stalin distanzierte und dessen Verbrechen publik machte.

Der Protagonist Leo Demidow wird gezwungen, sich in das Gulag Kolyma, berüchtigte Eishölle am äußersten Rand Sibiriens, einzuschleusen, um einen Gefangenen zu befreien, den er als KGB Agent einst selbst in den Gulag geschickt hat.

In diesem Thriller, der inhaltlich an „Kind 44“ anschließt, geht es um Schuld und Sühne und die Frage, ob man vergangenes Unrecht wiedergutmachen kann.

 

 

April 2016

Nicholas Sparks, A Walk to Remember (dt.: Zeit im Wind)

Der am 31.12.1965 in Omaha, Nebraska, geborene Nicholas Sparks übte verschiedene Berufe aus, so z. B. Immobilienmakler, Kellner und Telefonverkäufer, bevor er 1994 seinen ersten Bestseller
„ Wie ein einziger Tag“ veröffentlichte. Damit gelang ihm der Durchbruch und etliche seiner Romane wurden verfilmt.

Den vorliegenden Roman verfasste Sparks 1999. Die Sprache ist Englisch.

Es ist das letzte Highschool-Jahr für den draufgängerischen, überall beliebten Landon, als er sich beim Schulball notgedrungen mit der Außenseiterin Jamie arrangieren muss. Vollkommen überraschend aber wandelt sich Landons anfängliche Herablassung Jamie gegenüber, sobald er sie näher kennenlernt, und eine zarte erste Liebe erwächst. Allzu schnell ziehen Schatten über dem jungen Glück auf, als Jamie Landon ihr lang gehütetes erschütterndes Geheimnis preisgibt. Er wehrt sich mit allen Mitteln gegen das scheinbar Unabwendbare: Er ist bereit, alles für seine große Liebe zu tun.

 

 

März 2016

Patrick Süskind, Die Taube

In "Die Taube" stellt Patrick Süskind einen seltsamen Kauz vor, der jede Veränderung als Bedrohung empfindet, am liebsten anonym und unbeachtet bleibt und Zuflucht in seinem kleinen Zimmer sucht. Schon der Anblick einer Taube vor seiner Türschwelle bringt ihn völlig durcheinander.

In fünf Monaten wird der Wachmann einer Pariser Bank das Eigentum an seiner kleinen Mansarde endgültig erworben haben, wird ein weiterer Markstein seines Lebensplanes gesetzt sein. Doch dieser fatalistische Ablauf wird an einem heißen Freitagmorgen im August 1984 jäh vom Erscheinen einer Taube in Frage gestellt.

Vermutlich hat Patrick Süskind in der Erzählung "Die Taube" eigene Wesenszüge karikiert, denn der Schriftsteller scheut Auftritte in der Öffentlichkeit und lässt sich nicht fotografieren.

Der 1949 am Starnberger See geborene Autor studierte nach dem Abitur Mittelalterliche und Neue Geschichte in München und Süd-Frankreich. Er verfasste neben kürzeren Texten außerdem den Roman „Das Parfum“, der weltliterarische Bedeutung erlangte.

 

Februar 2016

Carlos Ruiz Zafón, Marina

Der Autor Zafón wurde 1964 in Barcelona geboren, lebte und arbeitete zunächst 30 Jahre in Barcelona, bevor er 1994 nach Los Angeles ging und sich dort ganz dem Schreiben widmete. „Der Schatten des Windes“, sein fünftes Buch, wurde 2001 zum Bestseller nicht nur in Spanien.

2012 erschien nun endlich auf Deutsch: "Marina"

»Wir alle haben im Dachgeschoss der Seele ein Geheimnis unter Verschluss. Das hier ist das meine.« So beginnt Óscar Drai seine Erzählung. Der junge Held des Romans sehnt sich danach, am Leben Barcelonas teilzuhaben, und streift am liebsten durch die verwunschenen Villenviertel der Stadt. Eines Tages trifft er auf ein faszinierendes Mädchen. Sie heißt Marina, und sie wird sein Leben für immer verändern.

Gemeinsam werden die beiden in das düstere Geheimnis um den ehemals reichsten Mann Barcelonas gesogen. Schmerz und Trauer, Wut und Größenwahn reißen sie mit sich, eine höllische Verbindung von vernichtender Kraft. Aber auch Marina umgibt ein Geheimnis. Als Óscar schließlich dahinterkommt, ist es das jähe Ende seiner Jugend.

In ›Marina‹ beschwört Carlos Ruiz Zafón erstmals sein unnachahmliches Barcelona herauf, eine Stadt voller Magie und Leidenschaft, und erzählt in unvergleichlicher Weise die dramatische Geschichte eines jungen Mannes, der um sein Glück und seine große Liebe kämpft.

 

Januar 2016

Jaume Cabré, Die Stimmen des Flusses

Ein großer, dramatischer Roman über das engverflochtene Schicksal einer Handvoll Menschen, die der Spanische Bürgerkrieg zu Gegnern und zu Liebenden macht. Seit Carlos Ruiz Zafóns „Der Schatten des Windes“ hat es keinen Roman aus Spanien gegeben, der seine Leser so in den Sog einer faszinierenden Geschichte zieht wie dieser. Was geschah wirklich am 18. Oktober 1944 in dem Pyrenäenort Torena? Als Tina Bros sechs Jahrzehnte später in der alten Dorfschule ein hinter der Schiefertafel verborgenes Tagebuch entdeckt, ahnt sie nicht, dass sie an Dinge rührt, die in ihrer Verquickung aus Schuld und Scham, aus Leidenschaft und Fanatismus das ganze Drama einer schlimmen Zeit spiegeln. Noch weniger ahnt sie, dass der Schatten von damals bis in ihre eigene Gegenwart ragt. In den Händen hat sie die Lebensgeschichte des Dorfschullehrers Oriol Fontelles – einen langen Brief an seine Tochter, der diese nie erreicht hat, die Bitte, von ihr und der Nachwelt nicht verurteilt zu werden. Tina, deren eigenes Leben in Unordnung geraten ist, setzt alles daran, herauszufinden, was damals tatsächlich geschah. Sie erfährt von Oriols tragischer Liebesbeziehung zu der schönen und mächtigen Elisenda Vilabrú, deren Vater und Bruder zu Beginn des Bürgerkriegs von Anarchisten ermordet wurden, davon, wie Elisenda in ihrem Bedürfnis nach Rache alle Fäden zieht und wie ihr Geliebter Oriol Fontelles als heimlicher Widerständler ein gefährliches Doppelspiel beginnt, das in der Dorfkirche von Torena sein schicksalhaftes Ende findet. Für Tina Bros jedoch ist die Geschichte nicht beendet, denn alter Hass und alte Leidenschaften gären weiter, die Vergangenheit ist nicht vergangen.

Jaume Cabré ist ein Meister der Dramatik: Wie im Film wechseln die Szenen in raschem Schnitt, die Stimmen der Protagonisten lösen einander ab, und das ungeheuerliche Geschehen erschließt sich dem Leser, als wäre er selbst dabei. Er liest die bewegende Geschichte von kleinlicher Bosheit und heimlicher Größe, von mörderischem Hass, von Liebe und Verrat und davon, wie die Mächtigen die Geschichte schreiben. Cabrés Roman schreibt mit kraftvoller Stimme dagegen an.

Der 1947 in Barcelona geborene Philologe und Schriftsteller Jaume Cabré kombinierte den Beruf des Schriftstellers mit dem des Lehrer – in der Schule und an der Universität von Lleida. Außerdem arbeitete er als Drehbuchautor für das Fernsehen und die Filmindustrie.