Seit 2009 veranstaltet der Verein „wo wissen wächst“ in Freiburg die „Tage des Wissens für kleine Forscher“. In über 20 Workshops erfahren Kinder zwischen fünf und neun Jahren, wie spannend Naturwissenschaften und Technik sein können. Themen aus der Biologie, Chemie und Physik werden ebenso angeboten wie Inhalte aus der Geografie, der Medizin und dem Handwerk. Eines der wichtigsten Ziele aller Workshops ist es, dass die kleinen Forscherinnen und Forscher „mit allen Sinnen“ arbeiten können. Einer Handlungsorientierung wird in jedem Fall der Vorzug vor einer dozierenden Darbietung gegeben.

Zum ersten Mal nahm in diesem Jahr die Berufsschule am Mauerfeld in Lahr an der Veranstaltung teil. Da im Rahmen der Ausbildung eine Dokumentation zu einer Lehrplaneinheit durchgeführt wird, entschloss sich der Biologiereferendar Felix Klumpp des Kurses von Frau OStRin Vivien Eicke, die Umsetzung seines Projekts bei den „Tagen des Wissens für kleine Forscher“ am 6. und 7. Oktober 2015 im Bürgerhaus am Seepark in Freiburg zu planen.

Der Workshop „Mit allen Sinnen“ wurde von Schülerinnen und Schülern der Berufsfachschule Labortechnik und Pflege ausgearbeitet und durchgeführt. Im Biologieunterricht wurde zunächst im September die fachwissenschaftliche Basis zum im Bildungsplan geforderten Thema „Orientierung in der Umwelt durch die Sinne“ (LPE 1.2) gelegt. Damit erhielt die Klasse im regulären Unterricht einen Überblick über die Sinnesorgane des Menschen und deren Bedeutung im täglichen Leben. Die Aufnahme, Weiterleitung und Verarbeitung von Informationen waren weitere Themen des Unterrichts. Aus einer Vielzahl von Versuchen zu den klassischen Sinnen, die von der Biologielehrkraft vorgestellt und von den Jugendlichen im Unterricht eigenständig durchgeführt wurden, suchten die Schülerinnen fünf heraus, die von Kindern in diesem Alter in der Zeit von 30 Minuten ohne Eile und Erfolgsdruck durchgeführt werden konnten. In den weiteren Stunden fand dann die didaktische Reduktion des Stoffes statt. In Rollenspielen übten die Schülerinnen sich einmal als „Kind“ und einmal als „Tutorin“. Dieser Wechsel der Perspektive erwies sich als sehr wirkungsvoll.

Die Idee, Schüler als Tutoren zu wählen, besteht darin, dass Schülerinnen und Schüler Dinge oft ganz anders erklären können als Lehrkräfte oder Erwachsene. Kindern in der genannten Altersgruppe fällt es wesentlich leichter, mit Jugendlichen ins Gespräch zu kommen, Dinge zu hinterfragen und sich den Inhalten unvoreingenommen zu öffnen. Im Workshop entwickelt sich so ein „Dialog auf Augenhöhe". Dieser findet optimal in einer Eins-Zu-Eins Betreuung (ein Kind mit einer Schüler-Tutorin) oder innerhalb einer Kleinstgruppe (Schüler-Tutorin mit zwei kleinen Forschern) statt. Während die am Workshop teilnehmenden Kinder so in entspannter Atmosphäre vom Wissen der Jugendlichen profitieren können, üben sich die Schüler-Tutorinnen ganz nach dem Prinzip „Lernen durch Lehren" im Auffrischen und Vertiefen des eigenen Wissens.

Aus pädagogischen Gründen bestand bei den „Tagen des Wissens für kleine Forscher“ jede Gruppe aus nur 6 bis 10 Kindern, die aus Kindergärten und Grundschulen der Region angereist waren, um an drei verschiedenen Workshops teilzunehmen und zum Abschluss eine naturwissenschaftliche Show zu erleben.

Bericht und Fotos: Felix Klumpp, Biologiereferendar