Vortrag zum Thema „Islam“ an der Beruflichen Schule im Mauerfeld

Rund 110 Nationalitäten, ob Spätaussiedler aus der ehemaligen Sowjetunion, Polen und Rumänien oder Migranten aus der Türkei, Syrien oder dem Libanon – sie alle sind in der Regel gut in der Kulturstadt Lahr integriert.

An der Beruflichen Schule im Mauerfeld in Lahr werden 37 jugendliche Migranten aus Afghanistan sowie diversen europäischen und afrikanischen Ländern unterrichtet. Bei vielen dieser Ethnien spielt der Islam eine große Rolle, sodass er auch bei Lehrern, Ausbildern und Bürgern der Stadt Lahr in den Fokus rückt.

 

Aus diesem Anlass hielt Ibrahim Ethem Ebrem, der katholische und islamische Theologie, Mathematik und Deutsch für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen studiert, einen Vortrag zum Thema „Islam und das muslimische Leben in Deutschland“. Er ist ebenfalls für die Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg überwiegend im Bereich der Extremismusprävention tätig.

 

Beginnend mit einer Erklärung, was Islam ist, kam er darauf zu sprechen, welche Wurzeln, welche Geschichte, Grundlagen und verschiedenen Richtungen er hat. Er zeigte auf, dass der Islam besonders stark in Indonesien, Pakistan und Indien vertreten ist. Dort allerdings sei er anders geprägt als in den Staaten des Nahen Ostens und Nordafrika.

Er zeigte auf, dass Muslime - und mit ihnen der Islam- seit den 1950er Jahren durch die Gastarbeiter in der Bundesrepublik Deutschland vertreten sind.

Nach der Erläuterung der Begriffe „Schiiten“ (Anhänger der Schia, die Ali ibn Abi Talib, den Schwiegersohn und Vetter des Propheten Mohammed als den von ihm designierten Nachfolger und Imam betrachten) und „Sunniten“ (abgeleitet vom Wort Sunna, Tradition des Propheten des Islam) rückte die Bezeichnung Salafismus, d. h. eine ultrakonservative Strömung innerhalb des Islams, eine geistige Rückbesinnung auf die „Altvorderen“ in den Vordergrund.

Ferner erläuterte der Referent, warum der Salafismus für junge Menschen so attraktiv sein könne. Welche Rolle an dieser Stelle der Islam im Leben von Jugendlichen und jungen Erwachsenen spiele, wurde offensichtlich. Zum Schluss machte Herr Ebrem deutlich, wie sich religiöse Überzeugungen von salafistischen Positionen unterscheiden lassen.

Der Vortrag endete  mit der Feststellung, dass es  eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sei, dem Salafismus entgegenzutreten und über unsere Werte zu diskutieren.

Bericht: Christine Karpf
Fotos: Ingrid Rieth-Jäger