Schüler aus Lahr sind "nicht nur auf Rädern sondern auch im Kopf mobil"

Dass an beruflichen Schulen in Baden-Württemberg jede Menge Ideen und außergewöhnliche Fähigkeiten junger Menschen schlummern, ist bekannt. Damit diese nicht ungenutzt bleiben, schreibt die Baden-Württemberg Stiftung seit Jahren den sogenannten „beo-Wettbewerb“ aus, der die Kreativität, die Selbstständigkeit und das Engagement von Schülern fördern soll. So haben seit 15 Jahren bereits mehr als 800 Projektgruppen aus über 200 beruflichen Schulen und Ausbildungsbetrieben in Baden-Württemberg teilgenommen.

Der Name des Wettbewerbs ist an den durch besondere Sprachbegabung gekennzeichneten Vogel „Beo“ angelehnt. Die Schüler sollen hier entdecken, was in ihnen steckt, und erleben, dass selbstloses Handeln und Teamgeist belohnt werden.

Auch der Wettbewerb hat sich in den letzten Jahren gewandelt und stellt mittlerweile den Prozess der Projektdurchführung in den Mittelpunkt. Ging es früher noch vermehrt um die nachträgliche Dokumentation bereits abgeschlossener Projekte, werden nun auch bereits die Planung und das „Alltagsgeschäft“ innerhalb eines Projekts bewertet.

Unter dem Motto des Wettbewerbs 2015/16 "Mobil - nicht nur auf Rädern, sondern auch im Kopf" konnten die Schüler der 12. Klasse des Gesundheitsgymnasiums der beruflichen Schule im Mauerfeld aus Lahr die Jury so überzeugen, dass am Ende der 1. Preis stand. Mit dem Thema „Barrieren überwinden – gemeinsam mobil bleiben“ setzten sie sich gegen 7 weitere Projekte durch, die Jedermann betreffen, herausfordernde Fragestellungen aufgreifen und mit kreativen Lösungsansätzen ein zukunftsfähiges Baden-Württemberg mitgestalten. Die acht Teams aus Schülern beruflicher Schulen und Auszubildenden aus Betrieben in Baden-Württemberg waren unter zahlreichen Bewerbern ausgewählt worden, nach sechs Monaten Projektphase ihre Ergebnisse zu präsentieren.

"Barrieren überwinden" aus Lahr überzeugte dabei die Jury besonders. Die Schüler entwickelten eine webbasierte Plattform, mit deren Hilfe sich Menschen mit einer körperlichen Beeinträchtigung leichter im öffentlichen Nahverkehr der Stadt Lahr bewegen können. Dazu programmierten sie eine App, mit der sich behinderte und nichtbehinderte Reisende vernetzen können. Zur Umsetzung ihrer Idee erhielten die Lahrer Unterstützung vom Informationstechnologischen Gymnasium Offenburg sowie von Studierenden der Filmhochschule München beim Erstellen eines Werbefilms und von der Stiftung 5.000,00 Euro. Von diesem Startkapital konnten die Entwicklung der App, die Dreharbeiten und Werbemaßnahmen finanziert werden.

Alle acht Projekte wurden am 6. Mai 2016 in Bad Cannstatt vorgestellt und prämiert. Neben einer Trophäe erhielten die Schüler der beruflichen Schule im Mauerfeld auch einen Scheck über 1.500,- Euro.

Text: Manuel Madey