Ein Waschzuber mit der Gradzahl 30° C, ein durchgeixtes Dreieck, ein Bügeleisen, ein F im Kreis oder ein durchgeixtes Quadrat mit Kreis - die Symbole auf dem Etikett in einem Kleidungsstück helfen gemeinhin beim Sortieren der Wäsche, bevor die Waschmaschine beschickt, das Waschprogramm gewählt, das Waschpulver  in die vorgesehene Schublade gefüllt und der Powerknopf gedrückt wird. - So funktioniert’s zu Hause.

Was aber, wenn nicht nur eine Waschmaschinen-Füllung anfällt, sondern täglich 30 000 Kilogramm Wäsche sich zu einem wahren Berg auftürmen, der gewaschen werden will? Eine solche Menge wird täglich bei der Firma Wolfsperger Textilpflege in Emmendingen nicht nur angeliefert, sondern auch gewaschen.

Der Textilberg  stammt aus Krankenhäusern, Altenheimen, Hotels, gewerblichen wie industriellen Unternehmen. Jedes KIeidungsstück hat unterschiedliche Anforderungen nicht nur an die Behandlung (siehe oben), sondern auch an Hygiene (Stichwort: Krankenhaus). „Um diese gewaltige Menge Wäsche in unserem Haus so zu verarbeiten wie es der Kunde wünscht und braucht, muss der Kunde selbst eine Vorsortierung vornehmen“, erklären Peter und Stephan Wolfsperger sowie Peter Kern der Besuchergruppe, allesamt Schülerinnen und Schüler der HWH- und BVE-Klasse an der Maria-Furtwängler-Schule mit ihren Lehrerinnen Andrea Weber, Angelika Schaub-Roll und Regina Lorenz-Fischer.

Auch wir mussten uns der Hygienevorschrift
entsprechend kleiden.

Die vorsortierte Wäsche aus dem Haus X bekommt bei der Anlieferung dann eine Codenummer, damit nach dem Wasch- und Pflegegang die Wäsche auch wieder exakt dem Kunden X zugeordnet werden kann. Gewaschen wird nicht mehr in herkömmlichen Waschmaschinen, so wie wir sie von zu Hause kennen, sondern in einer Art Waschstraße. Will heißen: Der Inhalt eines Wäschesackes landet in einem System von Röhren. Computergesteuert werden Waschmittel zugespeist, die Waschtemperatur und Waschdauer eingestellt – los geht’s.

Sortierte Wäsche ist für den Waschvorgang gerichtet.


Gewaschene Wäsche wird in die
Trocknerröhre gesaugt.

Nach dem Waschgang lenkt ebenfalls der Computer das Wäschepaket in die Schleuder (- „röhre“), von dort in die Trockner (-„röhre“) und wenn nötig zum Mangeln auf eine riesige Walze. Handarbeit ist dann noch gefragt, wenn sogenannte Formwäsche aus der „Waschstraße“ kommt, etwa runde Tischdecken oder Hemden und Blusen.

Hier wird Wäsche ausgebessert und Firmenetiketten eingenäht.

Das Ganze geht nicht ganz geräuschlos ab, weshalb die Mitarbeiter auch ständig einen Gehörschutz tragen müssen. Etwa 200 Mitarbeiter aus 19 Nationen sind bei Wolfsperger beschäftigt, die meisten von ihnen sind angelernte Kräfte, ein Teil hat auch eine spezielle Ausbildung in Textilpflege.

Fast zwei Stunden dauert die Führung durch die einzelnen Abteilungen des Unternehmens. Zu guter Letzt gab es für uns noch eine Stärkung mit Butterbrezeln und Mineralwasser und eine letzte Gelegenheit, um Fragen zu stellen.

Zum Abschied hatte Wolfsperger noch ein Präsent für uns. Auch hierfür ein Dankeschön.

Bericht: Andrea Weber und Regina Lorenz-Fischer
Fotos: Angelika Schaub-Roll