Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen werden händeringend gesucht. Seit diesem Schuljahr gibt es zur großen Freude aller Beteiligten einen neuen Ausbildungsgang an der Maria-Furtwängler-Schule in Lahr, der eine große Bereicherung ist, nicht nur, um dem Fachkräftemangel die Stirn zu bieten: die Ausbildung zur Sozialpädagogischen Assistenz (ehemals Kinderpfleger:in).

Auch Dennis Roth hat sich für den interessanten Ausbildungsgang zur Sozialpädagogischen Assistenz entschieden und besucht nun an drei Tagen pro Woche die Schule, wo er alle wichtigen Kenntnisse und Fertigkeiten für seinen zukünftigen Beruf erlernt, und arbeitet zwei Tage pro Woche in einer Kindertageseinrichtung.
Foto Herr Roth

Wir wollten von ihm wissen, warum er sich für diesen Weg entschieden hat.

Maria-Furtwängler-Schule: Herr Roth, Sie haben sich für die Ausbildung zur Sozialpädagogischen Assistenz entschieden. Was gefällt Ihnen an Ihrem zukünftigen Beruf?

Dennis Roth: Dass man die Kinder beim Großwerden unterstützt und sie auf die Zukunft vorbereiten kann. Es ist auch ein schöner Gedanke, dass sich die Kinder eines Tages erinnern und mit Freude an ihre Kindergartenzeit zurückdenken. Für mich ist es eine Bereicherung, den Kindern eine schöne Zeit im Kindergarten zu ermöglichen.

MFS: Die Ausbildung zur Sozialpädagogischen Assistenz dauert insgesamt drei Jahre. Diese drei Jahre waren bisher in zwei Jahre Berufsfachschule und ein Jahr Berufspraktikum aufgegliedert. Der an der Maria-Furtwängler-Schule neu angebotene Ausbildungsgang ist praxisintegriert, was bedeutet, dass Sie drei Tage in der Woche in der Schule sind und zwei Tage im Betrieb. Was ist besonders an der praxisintegrierten Ausbildung?

Roth: Das Besondere ist, dass man ja nicht nur das Theoretische durchnimmt, sondern das Gelernte in der Praxis auch umsetzen kann, was aber auch nicht immer möglich ist, da jedes Kind individuell ist und unterschiedliche Interessen hat. Ich finde, dass die praxisintegrierte Ausbildung durchaus viele Vorteile mit sich bringt, da man in der Ausbildung vergütet wird und sich Praxis und Theorie gut ergänzen.

MFS: Dass die praxisintegrierte Ausbildung vergütet ist, bedeutet auch Anerkennung Ihrer geleisteten Arbeit. Überhaupt verdient der Beruf der Sozialpädagogischen Assistenz eine hohe Anerkennung. Was sagen Sie den Menschen, die wissen möchten, warum Ihr Beruf von großer Bedeutung ist?

Roth: Man bringt den Kindern viele Dinge bei und ist ein Vorbild. Die Kinder sind die nächste Generation und sollten von klein auf nur das Beste mitbekommen. Man wird täglich vor Herausforderungen gestellt, die man pädagogisch lösen muss. Viele denken, dass der Beruf einfach ist, allerdings braucht man das Fachwissen, um in gewissen Situationen richtig reagieren zu können.

MFS: Können Sie uns etwas zum schulischen Teil Ihrer Ausbildung erzählen? Was lernen Sie hier?

Roth: Wir bringen den Kindern Vieles bei, wie z. B. ihre motorischen Fähigkeiten zu verbessern oder auch ihre Sozialkompetenzen zu stärken. In der Schule wird gelernt, wie man das den Kindern am besten vermitteln kann. Durch den Unterricht bekommen wir auch viele Ideen für die Freispielgestaltung, welche auch im Kindergarten umgesetzt werden können.

MFS: Wie war der Einstieg für Sie an der Maria-Furtwängler-Schule? Fühlen Sie sich wohl?

Roth: Ja, sehr sogar. Die Klasse hat sich sehr schnell zusammengefunden und der Zusammenhalt ist super! Ich bin super in die Schule reingekommen und hier kann man jeden Abschluss nachholen, falls man das möchte.

MFS: In Ihrer Klasse sind Auszubildende unterschiedlichen Alters und in den verschiedensten Lebenssituationen. Empfinden Sie das als Bereicherung?

Roth: Ja, klar. Man erfährt, wie das Leben der anderen verlaufen ist und wie sie zur Ausbildung kamen. Manche machen das als erste Ausbildung oder, wie ich, als Zweitausbildung. Da es verschiedene Altersgruppen sind, bringt jeder unterschiedliche Erfahrungen mit oder sogar schon Kinder.

MFS: Während Ihrer Ausbildung werden Sie praktische Erfahrungen mit verschiedenen Altersgruppen sammeln. Können Sie kurz darauf eingehen?

Roth: Da ich zurzeit in einer Gruppe bin, in der die Kinder 3-6 Jahre alt sind, bemerkt man einfach, dass jeder Mensch unterschiedlich ist. Ein Kind kann zum Beispiel mit 3 Jahren schon super ein Bild malen, während das andere 6-jährige Kind das noch nicht so gut hinbekommt, dafür aber in anderen Bereichen seine Stärken liegen. Im Laufe der Ausbildung werde ich auch noch den Kleinkindbereich, also die unter 3-jährigen, kennenlernen.

MFS: In den letzten Jahren ist die Anzahl der männlichen Fachkräfte deutlich gestiegen.[1] Schön, dass auch Sie sich für den Beruf der Sozialpädagogischen Assistenz entschieden haben! Was würden Sie sagen, warum männliche Bezugspersonen in Kindertageseinrichtungen nicht fehlen dürfen?

Roth: Weil es eben auch wichtig ist, dass die Kinder eine männliche Bezugsperson haben, mit der sie dann auch andere Interessen ausleben können. Es ist auch interessant zu sehen, wie die Kinder auf unterschiedliche Bezugspersonen reagieren. Vor allem die Jungs finden es super, wenn der Erzieher mal mit ihnen Fußball spielt. Und das Rollenbild, dass nur die Frauen die Kinder erziehen, ist einfach veraltet.

MFS: Herr Roth, herzlichen Dank für das Interview! Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg und Spaß in Ihrer Ausbildung zur Sozialpädagogischen Assistenz!

 [1] https://www.bildungsserver.de/images/WiFF_2102_ZdM_Maenner.png, letzter Aufruf: 06.11.2022