Die Vollzeitschülerinnen und Schüler des Berufskollegs Pflege I verbrachten ihren Unterricht am 21.10.2019 im Profilfach „Pflege“ an diesem Tag vor Ort im Herzzentrum. Frau Julia Rakow, die zuständige Fachfrau für Personalentwicklung und Betreuung von Praktikanten und Auszubildenden, hatte hierfür ein umfangreiches Angebot zusammengestellt und für alle Schülerinnen und Schüler in der Pause ein Getränk sowie Brezel bereitgestellt!


Nach einer kurzen Vorstellung mit Rundgang durch die Klinik, gelangte die Gruppe ins Herzkatheterlabor, vorbei an einer durch Glasfenster sichtbaren, gerade laufenden Herzkathederuntersuchung.
Die Gesundheits-und Krankenpflegerin Andreea Dancu mit Zusatzqualifikation für Ihre Arbeit bei Herzkathederuntersuchungen, zeigte der Gruppe die Vielfalt verschiedener Katheter und demonstrierte an der BKP-Schülerin Carolin den Zugang über die Arteria radialis des Handgelenkes, eine Alternative zum Zugang über die Leiste.

Alle BKP-Schülerinnen und Schüler erhielten im Anschluss die Möglichkeit, sich Latexhandschuhe unter sterilen Bedingungen überzustreifen und in vollständiger OP-Kleidung inklusive einer Bleischürze und -weste zum Schutz vor den Röntgenstrahlen während der Herzuntersuchung zu schlüpfen.

Nach dieser mit sehr leidenschaftlichem Einsatz dargebotenen Einheit, konnten die Schülerinnen und Schüler ihre Vorkenntnisse über die hygienische Händedesinfektion anwenden und ihre Ergebnisse unter einem fluoreszierenden Schwarzlicht in einer Dunkelkammer überprüfen. So manches Erstaunen machte sich breit, da deutlich wurde, dass während der 30 Sekunden Händereiben wirklich alle sechs Desinfektionsschritte höchst genau einzuhalten sind, um wirklich alle Hautstellen mit der Flüssigkeit zu benetzen und Mikroorganismen abzutöten!

Inzwischen hatte Herr Stefan Rakow, Gesundheits-und Krankenpfleger im Herzzentrum mit Hilfe des Praktikanten aus dem Berufskolleg Soziales in Teilzeit (BKST), Eslam Radif, alles für die Durchführung einer Reanimation sowie die Verwendung des Defibrillators bei Herzkammerflimmern vorbereitet.

Für einige war diese Einheit eine Wiederholung und Festigung aus dem Erste Hilfe Kurs zum Führerschein, für die meisten jedoch war es eine gute Möglichkeit, sich mit einem Handeln am Unfallort auseinanderzusetzen und den Mut zu fassen, gleich „Hand anzulegen“ und 100-120x/ Minute ca. 5-6 cm tief aufs Brustbein zu „drücken“, bis der Arzt kommt. Die Mund zu Mund Beatmung wurde thematisiert und mit Hilfe einer Beatmungsmaske auch durchgeführt.

Zum krönenden Abschluss und für alle am Ausbildungsberuf interessierten, konnten sich diese Schülerinnen und Schüler auch noch am Vorgang einer endotrachealen Intubation üben. Ein Verfahren, das bei jeder Anästhesie und manueller Beatmung notwendig ist. Dabei wird mit einem Laryngoskop der Atemweg frei gemacht, daraufhin wird der Trachealtubus entlang einer Führungsrinne bis kurz hinter die Stimmritze eingeführt und mit einer Kanüle geblockt, das heißt es wird ein kleiner Ballon aufgeblasen, der den Tubus vor dem Herausrutschen sichert.

Nach diesem überaus lehrreichen Vormittag verabschiedete die begleitende Fachlehrerin des BKP, Frau Gabriele Haiß, die Klasse mit einem herzlichen Dankeschön an Frau Rakow für die Organisation, freundliche und engagierte Durchführung aller Aktivitäten und Bereitstellung der Ressourcen.

Ein Souvenir vom Herzzentrum in der Hand haltend, verließ die Klasse das Gebäude gegen 12:30 Uhr und machte sich ein wenig erschöpft auf den Heimweg.

Text und Bilder: Gabriele Heiß